2.4 Dämmstoffe

Die geringe Wärmeleitfähigkeit ruhender Luftschichten werden seit Jahrtausenden in Form von Fellen, Wolle oder mehreren Bekleidungsschichten für den körperlichen Wärmeschutz genutzt.
Erst das Aufkommen eines zweischaligen Mauerwerks berücksichtigte diese physikalischen Eigenschaften zur Wärmedämmung.
Für den Hausbau hatte der Wärmeschutz bis in die 20er Jahre keine Bedeutung, bot doch die massive Bauweise einen gewissen Schutz. Technische Regeln waren noch nicht erstellt.
Den Anstoß zur Entwicklung von Wärmedämmstoffen gab die Kältetechnik. Kühlhäuser mussten zur Kältespeicherung isoliert werden. Die ersten Dämmstoffe waren Kork und Glaswolle.
Erst mit Aufkommen der steigenden Ansprüche an den Wohnkomfort und den Feuchteschutz ergaben sich Impulse zur Entwicklung von wärmegedämmten Wohnungen. Auch die Dimensionierung der Wände und Decken auf ein statisch erforderliches Maß zwang die Menschen zur Umorientierung in Richtung Isolierung.
Die Liste der verfügbaren Dämmstoffe erweiterte sich um Holzwolle und mineralische Fasern (Glas, Stein, Schlacke), der erste als Dämmstoff einsetzbare Kunstharzschaum wurde aus Melamin mit Formaldehyd hergestellt.
Ebenso gehen die Anfänge des Wärmeschutzes in der Forschung auf die 20er Jahre zurück. 1924 untersuchte das Forschungsheim für Wärmeschutz e.V. Korkschrot, Schaf- und Baumwolle, Flachsfasern, Sägemehl, Sisal und Getreidekornschalen auf ihre Eignung für Dämmzwecke.
In den 40er Jahren wurden Schaumglas und Kunstharzschäume entwickelt. Daraus entstand in den 50er Jahren das erste Wärmedämmverbundsystem, das in den 60er Jahren auf den Markt kam.

Man kann Dämmstoffe folgendermaßen einteilen:

anorganisch

organisch

künstlich

natürlich

- Mineralwolle

- Schaumglas

- Blähglas

- Blähperlit

- Naturbims

- Vermiculit

- Blähton

- Calciumsilicat

- Gipsschaum

- Polystyrol-Partikelschaum (EPS)

- Polystyrol-Extruderschaum (XPS)

- Polyurethan-Hartschaum (PUR)

- Phenolharz-Hartschaum (PF)

- Polyurethan-Ortschaum (PUR)

- Harnstoff-Formaldehydharz-Ortschaum (UF)

- Polyester

- Kork

- Kokos

- Schafwolle

- Baumwolle

- Flachs

- Hanf

- Torf

- Holzwolle

- Holzfasern

- Hobelspäne

- Zellulose

- Getreidegranulat

- Reisspelzen

Die allgemeinen Anforderungen an moderne Dämmstoffe ergeben sich aus

  • Wärme- und Feuchteschutz
  • Schallschutz
  • Brandschutz
  • Gesundheits- und Umweltschutz
  • Dauerhaftigkeit

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