3.2.5 Carbolineum

Aus Steinkohlenteer gewonnene braunrote, wasserunlösliche, teerartig riechende Flüssigkeit.
Der Name Carbolineum wurde vor etwa 100 Jahren von der Firma Avenarius durch Zusammenziehung von Carbo (~ Kohle) u. oleum (=Öl) geschaffen.
Es enthält u.a. Phenole, cyclische Stickstoffverbindungen, Anthrazen, Phenanthren und Naphthalin. Carbolineum ist stark hautreizend, karzinogen, die Dämpfe greifen die Atemwege an und wirken narkotisierend.
Wegen seiner fäulnishemmenden und desinfizierenden Wirkung wurde Carbolineum als Holzschutzmittel und zur Schädlingsbekämpfung im Obstbau verwendet.
Eisenbahnschwellen, Holz-Leitungsmasten, Zaunpfähle, Holzwände etc. werden oft mit Carbolineum getränkt. Speziell die langlebigen und robusten Holz-Bahnschwellen wurden und werden gern wiederverwertet, z.B. als Gartenbau-Elemente, Abschrankungen oder auf Spielplätzen.
Seit 1991 ist Carbolineum laut Teerölverbots-Verordnung nicht mehr für die Verwendung zugelassen. Zur Entsorgung wurde Carbolineum früher verbotenerweise Altöl zugemischt.


Inhaltsverzeichnis einblenden