4.2.1 Demontage

Im Außenbereich wird zu Beginn die Asbestzementbekleidung entfernt, die Ausführung muss durch eine Fachfirma gemäß TRGS 519 erfolgen. Die Arbeit von außen zu beginnen hat den Vorteil, dass entstehender bzw. in den Gefachen abgelagerter kontaminierter Staub nur im Außenbereich freigesetzt wird. Nach dem Freiräumen der Gefache von Dämmstoffen werden diese sorgfältig gesäubert.
Im Giebelbereich wird anstatt der Asbest-Bekleidung die Holzverschalung entfernt und dann ebenso verfahren.

Im Innenbereich werden die Röhrenspanplatten der Außenwände, sowie die nicht tragenden Innenwände entfernt. Von der tragenden Innenwand wird die Beplankungen abgenommen.

In den Eckbereichen verbleibende Überreste der Röhrenspanplatte sind konstruktionsbedingt nicht vermeidbar.
Abb. 4-13 Eckanschluss der Außenwände
Abb. 4-13 Eckanschluss der Außenwände

Der außenseitig entstehende Absatz wird mittels einer Unterkonstruktion überwunden, mit welcher die Rippen der Außenwandtafeln auf 100 mm vergrößert werden. Dies deckt sich auch mit den üblichen lieferbaren Dämmstoffstärken.
Im Stoßbereich Innenwand / Außenwand ergibt sich für die weitere Bearbeitung ein besonderer Punkt. Hier müsste ein Teil der alten Innenbeplankung verbleiben, die Montage der neuen Innenbeplankung der Außenwand sowie die angeordnete Dampfbremse wären gestört.

Abb. 4-14 Anschluss der tragenden Innenwand an die Außenwand
Abb. 4-14 Anschluss der tragenden Innenwand an die Außenwand

Hier wird der Anschlusspfosten in der Außenwand vollständig entfernt. Die statische Funktion bzw. die Kraftübertragung im Anschluss der Innenwand wird dadurch nicht beeinträchtigt. Die vertikale Lastabtragung funktioniert weiterhin über die vertikalen Innenrippen, während die horizontalen Kräfte aus der Funktion als Scheibe über die obere Randrippe in die Deckentafel bzw. die untere Randrippe in die Bodenplatte weitergeleitet werden.
Die Verbindung Innenwand/Bodenplatte sowie Innenwand/Deckentafel bleiben von diesen Maßnahmen unberührt, da sie in der Fuß- bzw. Kopfrippe erfolgen.

Da die untere Beplankung der Decke über die tragende Innenwand und beide Außenwände läuft, wird sie nicht entfernt.
Eine Abgrenzung zum Wohnraum wird dadurch erreicht, dass unterseitig eine Dampfbremse aufgebracht wird. Diese wird an der Dampfbremse der Außenwände angeschlossen.
Die obere Deckenbeplankung verbleibt ebenfalls im Bauteil, da hierauf die Giebelwände aufgestellt sind. Eine räumliche Trennung erfolgt durch eine oberseitig aufgelegte Dampfbremse, die mit den Dampfbremsen der Giebelwände und des Daches verbunden sind. Die Spanplatten der Deckentafel verbleiben so im Gebäude, sind aber vollkommen vom Innenraum abgetrennt.

Im Dachgeschoss werden die Beplankungen der Außenwände, der Dachschrägen, der Kehlbalkendecke sowie die Innenwände und die Wände zu den Abseiten entfernt. Die Innenwände im Dachgeschoss sind nicht tragend.

Ebenfalls erneuert werden die Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster. Alle Fußbodenbeläge, sofern nicht aus Parkett bestehend, werden entfernt. Im Erdgeschoss bis Oberkante des Gussasphaltestrichs und im Dachgeschoss bis zur oberen Beplankung der Decke.


1. Allgemeine Beschreibung des Fertighausbaus der Jahre 1950 bis 1980
2. Sanierungs- und Modernisierungsziele, bautechnische Anforderungen der Gegenwart
3. Sanierungsmethoden
4. Sanierung am Fallbeispiel
5. Schlussbetrachtung
6. Berechnungsanhang
7. Quellenangabe und Abbildungsnachweise