4.3.1.2 Innenräume

Besonderes Augenmerk muss bei der Beschichtung der Bekleidung der Rauminnenseiten auf eventuelle Fugen in den oberen und unteren Anschlussbereichen gelegt werden. Aufgrund der nicht homogenen Zusammensetzung der Platten (höhere Rohdichten an der Oberfläche) tritt an den Schmalflächen der Spanplatten vermehrt Formaldehyd aus.
Speziell bei der Röhrenspanplatte kommt hinzu, dass diese innerhalb der Platte eine zusätzliche Oberfläche durch die Röhren aufweisen, an denen ebenfalls Formaldehyd emittiert, welches an den Schmalflächen ungehindert austreten kann.

Abb. 4-29 Schmalflächen des oberen Anschlusses
Abb. 4-29 Schmalflächen des oberen Anschlusses

Sind nun wie in Bild Abb. 4-29 Fugen zwischen Oberkante der Beplankung und Abschließender Deckenbeplankung vorhanden wird hier immer noch Formaldehyd in die Raumluft abgegeben. An diesen Stellen ist es sinnvoll alle umlaufenden Fugen zu untersuchen und gegebenenfalls mit einem dampfdichten Klebeband, möglichst auf einem Aluminiumträger, abzuschließen. Sind diese Fugen für eine Bearbeitung nicht zugänglich, weil zu schmal, sollten sie mit einer dauerelastischen Dichtungsmasse geschlossen werden.
Gleiches gilt für die Anschlüsse der tragenden Innenwände an Decke und Fußboden.
Die nicht tragenden Innenwände, bestehend aus einer 65 mm Röhrenspanplatte besitzen an Ober- und Unterseite ein aufgeleimtes Holz zur Erhöhungder Festigkeit gegen Durchbiegung über die gesamte Länge, so dass hier nicht mit einem Austritt von Schadstoffen aus den Schmalflächen zu rechnen ist.

In Bereichen, in denen ein fester Einbau des Inventars, wie Küchen und Bäder, die Abdichtung der raumseitigen Wandflächen mit der Beschichtung nicht zulässt, sollte dennoch eine größtmögliche Verringerung der Oberflächenanteile zum Raumvolumen (Raumbeladung) unternommen werden. Gerade hier ist der Eintrag bedingt durch die hier herrschenden raumklimatischen Bedingungen (warm und feucht) besonders hoch. In Bäder bieten die an Wand und Boden aufgebrachten Steinfliesen wirksamen Schutz. Dazu kommt, dass die in Nassbereichen eingesetzten Holzwerkstoffe der Klasse V100 genügen müssen, deren Leime weitaus weniger Formaldehyd emittieren als die der Holzwerkstoffklasse V20. Dies ist wiederum nicht gleichbedeutend mit keiner Emission, die Schadstoffe aus Holzschutzmitteln bleiben hier unberücksichtigt.


1. Allgemeine Beschreibung des Fertighausbaus der Jahre 1950 bis 1980
2. Sanierungs- und Modernisierungsziele, bautechnische Anforderungen der Gegenwart
3. Sanierungsmethoden
4. Sanierung am Fallbeispiel
5. Schlussbetrachtung
6. Berechnungsanhang
7. Quellenangabe und Abbildungsnachweise