4.1.4 Schadstoffmessung

Eine vom Eigentümer in Auftrag gegeben Raumluftmessung vom 27.11.2000 ergab im Wesentlichen folgende Ergebnisse für die Untersuchung der Raumluft auf Formaldehyd.

Ergebnisse der Raumluftschadstoffmessung

Die Ergebnisse in allen drei Räumen liegen über dem Eingreifswert des Bundesgesundheitsamtes von 0,1 ppm (siehe Abschnitt 2.4.3.1). Dies ist auch damit zu erklären, dass alle Räume eine sehr hohe Raumbeladung aufweisen. Auch wurden alle Holzspanplatten vor 1980 (Formaldehydrichtlinie zur Schadstoffminimierung in Innenräumen) hergestellt und eingebrachten.

Anmerkung: Der Eigentümer veranlasste daraufhin eine Behandlung des Hauses mit der in Abschnitt 3.2.3 beschriebenen Ammoniak-Begasungs-Methode zur Minderung der Formaldehydbelastung der Raumluft. Nachfolgende Messungen (im Anschluss und im darauf folgenden Jahr) ergaben einen Beharrungszustand von c = 0,05 ppm, welcher nach WHO-Richtlinien als "wenig oder keine Besorgnis erregend" gilt.
Die in dieser Arbeit aufgeführten Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen beziehen sich allerdings ausschließlich auf den Ausgangszustand und lassen diese durchgeführte Maßnahme unberücksichtigt.

Eine Untersuchung des Haustaubes auf Biozide ergab folgende Werte:

Ergebnisse der Untersuchung des Hausstaubes.

Nach Abschnitt 2.4.3.2 ist die Belastung mit PCP als Hintergrundbelastung einzustufen. Es kann gemutmaßt werden, dass die ursprünglich vorhandene Belastung durch den natürlichen Zerfall und den Luftaustausch bis auf eine Hintergrundbelastung zurückgegangen ist.
Der leicht höhere Wert im Wohnzimmer/EG, bestimmt sich durch den erst späteren Ausbau des Dachgeschosses und der damit einhergehenden intensiveren und zeitlich längeren Belüftung.
Ebenso lässt der gemessene Gehalt an DDT auf eine Behandlung schließen, auch hier ist bedingt durch die längere Auslüftungszeit des Dachgeschosses der messbare Gehalt wesentlich geringer. Die Tabelle in Abschnitt 1.3.4 lässt auf eine Holzschutzmittelbehandlung mit einer Wirkstoffkombination aus Pentachlorphenol (PCP) als Fungizid und DDT als Insektizid schließen.

Die als sehr hoch einzustufende Belastung durch Permethrin im Schlafzimmer/1. OG ergibt sich mutmaßlich durch den Ausbau des Dachgeschosses durch den Eigentümer selbst oder ist in den in das Gebäude eingebrachte Textilien, wie Teppichen zu suchen. Da der im Wohnzimmer/EG gemessene Wert deutlich geringer ist, liegt das Schlafzimmer/1.OG bzw. das gesamte Obergeschoss als Quelle der Belastung nahe.
Weiter wird Permethrin als Holzschutzmittel erst in den 70er Jahren erfasst, so dass eine ursprüngliche Behandlung des Gebäudes mit diesem Wirkstoff ausgeschlossen scheint. (Vergleiche Abschnitt 1.3.4)


1. Allgemeine Beschreibung des Fertighausbaus der Jahre 1950 bis 1980
2. Sanierungs- und Modernisierungsziele, bautechnische Anforderungen der Gegenwart
3. Sanierungsmethoden
4. Sanierung am Fallbeispiel
5. Schlussbetrachtung
6. Berechnungsanhang
7. Quellenangabe und Abbildungsnachweise