3.1 Verteilung und Anlagerung der Schadstoffe

Um geeignete Maßnahmen zu formulieren, ist es aufschlussreich, zu verstehen, wie die Schadstoffe sich aus den Bauteilen in die Raumluft verteilen.

Physikalisch funktioniert die Verteilung der Schadstoffe über den Dampfdruck der jeweiligen Substanz. Der Dampfdruck beschreibt das thermodynamische Gleichgewicht eines Stoffes zwischen fester (flüssiger) und gasförmiger Phase. Einmal in den gasförmigen Zustand übergegangen, haben diese die Eigenschaft sich ideal in einem Raum mit anderen Gasen zu vermischen. In diesem Fall, werden nun die gasförmigen Substanzen aus dem Bauteil gleichmäßig im Raum bzw. Gebäude verteilt.
Über die Adsorption wird das Gas an andere Festkörper gebunden, z.B. Teppiche mit großer Oberfläche oder Hausstaub.
Über natürliche Lüftungsvorgänge, den Austausch des Gasgemisches im Raum mit der Außenluft, fällt die Konzentration der einzelnen Gase im Raum. Da der maximale Dampfdruck der Substanz nicht erreicht ist, strömt neues Gas aus dem Bauteil nach, solange bis der maximale Dampfdruck erreicht ist. Es ist hier von großer Bedeutung, wie fest die Substanzen an der jeweiligen Quelle gebunden sind und in den gasförmigen Zustand übergehen können. Dabei werden weiter leicht- und schwerflüssige Substanzen unterschieden. Die Inhaltsstoffe der Holzschutzmittel zählen im Allgemeinen zu den schwerflüchtigen Substanzen, während Formaldehyd extrem leichtflüchtig ist.
Das bedeutet, dass Formaldehyd sich, im Gegensatz zu den Holzschutzmittelinhaltsstoffen, weniger an Einrichtungsgegenstände oder Stäube bindet und daher über eine Analyse der Raumluft zu messen ist.


1. Allgemeine Beschreibung des Fertighausbaus der Jahre 1950 bis 1980
2. Sanierungs- und Modernisierungsziele, bautechnische Anforderungen der Gegenwart
3. Sanierungsmethoden
4. Sanierung am Fallbeispiel
5. Schlussbetrachtung
6. Berechnungsanhang
7. Quellenangabe und Abbildungsnachweise