1.4.2 Das Fertighaus von Renolit

Seit 1963 werden bei Renolit Fertighäuser produziert. Anfangs in der Kleintafelbauweise, ab 1969 in Elementgrößen bis 15 m. Die verschiedenen angebotenen Haustypen sind freistehende, eingeschossige, teil- oder vollunterkellerte Wohnhäuser. Sattel- oder Walmdächer wurden mit verschiedenen Dachneigungen von 28°, 38° und 45° hergestellt. Ausgebaute Dachgeschosse waren bei Dachneigungen von 38° und 45° möglich. Unter Beachtung des Rastermaßes waren variable Grundrissgestaltungen möglich.

Im Gegensatz zu OKAL entwickelte Renolit keine eigenen Konstruktionsprinzipien wie die Röhrenspanplatte als Gesamtwandaufbau. Vielmehr griff Renolit die damals üblichen Konstruktionsarten der Tafelbauart auf und passte sie an.

Anzumerken ist die Unterteilung des Hauptrasters von 1.25 m in Halbraster (0,625) im Gegensatz zu der sonst üblichen Unterteilung in Drittelraster.

Abb. 1-21 Längsschnitt Renolit 1969
Abb. 1-21 Längsschnitt Renolit 1969

Dach und Decke

Obwohl Renolit auch ausgebaute bzw. ausbaufähige Dachräume im Angebot hatte, war es doch Standard, ein nicht ausgebautes Dachgeschoss zu liefern.

Abb. 1-22 Traufenausbildung
Abb. 1-22 Traufenausbildung

Das Dach wurde als Nagelbrettbinderkonstruktion (1) hergestellt, der doppelte Untergurt (2) bildete zugleich die obere Geschossdecke.
Zur Herstellung eines Unterdachs wurden die Nagelbrettbinder mit einem Holzwerkstoff beplankt (3).

Abb. 1-23 Geschossdecke
Abb. 1-23 Geschossdecke

Wand

Auch bei Renolit sind zwei verschiedene Wandaufbauten üblich. Beide werden im Hauptraster von 1.25 m hergestellt und in Halbraster (0,625 m) unterteilt. Die Elementgrößen sind von 1.25 m bis 15.00 m produzierbar, die Höhe der Wandelemente beträgt immer 2.62 m.

Abb. 1-24 Wandaufbau A
Abb. 1-24 Wandaufbau A

Beim Wandaufbau A handelt es sich um ein nicht hinterlüftetes Holztafelelement, der abschließende Kunstharzputz wird auf die direkt auf den Rippen angebrachte Asbestfaserzement- oder Sperrholzplatte aufgebracht. Auf der Innenseite ist eine Verbundplatte bestehend aus einer Röhrenspanplatte und harten Holzfaserplatten angebracht. Der Dämmstoff besteht nicht, wie zu dieser Zeit üblich, aus Mineralwolle, sondern aus einer Schaumkunststoffplatte (Polystyrol, Handelsname Frigolit).

Abb. 1-25 Eckverbindung Wandaufbau A
Abb. 1-25 Eckverbindung Wandaufbau A

Bei der Eckverbindung fällt auf, dass die Tafelelemente nicht untereinander befestigt, sondern an einem Eckpfosten angeschlossen sind. Die Randrippe eines der beiden Elemente wird hierzu größer dimensioniert, um die innere Beplankung ausreichend zu befestigen.

Abb. 1-26 Wandaufbau B
Abb. 1-26 Wandaufbau B

Aufbau B ist der spezielle Aufbau, der bei einer Klinkerfassade benutzt wurde. Von innen gleicht er Aufbau A, allerdings ist auf der äußeren Seite der Ständer keinerlei Beplankung mehr angebracht. Bis zumindest 1965 war auf dieser Seite eine PVC-Platte von Renolit aufgebracht.
Die Dämmung besteht wiederum aus der Frigolit Schaumkunststoffplatte und im Anschluss daran befindet sich eine belüftete Luftschicht bis zu der Verklinkerung.

Abb. 1-27 Eckverbindung Wandaufbau B
Abb. 1-27 Eckverbindung Wandaufbau B

Die Eckverbindung des Aufbaus B erfolgt sinngemäß wie Verbindung A, beide Elemente werden am Eckpfosten angeschlossen.


1. Allgemeine Beschreibung des Fertighausbaus der Jahre 1950 bis 1980
2. Sanierungs- und Modernisierungsziele, bautechnische Anforderungen der Gegenwart
3. Sanierungsmethoden
4. Sanierung am Fallbeispiel
5. Schlussbetrachtung
6. Berechnungsanhang
7. Quellenangabe und Abbildungsnachweise