1.4.4 Das Fertighaus von Streif

Im Programm von Streif befanden sich sowohl ein- als auch zweigeschossige freistehende Wohnhäuser. Die Dachneigungen variierten von 15° bei flachgeneigten Dächern, über 28° als Binderkonstruktion zu ausgebauten Dachgeschossen mit 38° und 45° Neigung. Als Walmdach wurden Dachneigungen von 22° und 28° ausgeführt, ansonsten beschränkte sich die Dachform auf Satteldächer als Sparrendach.
Innerhalb des Rastermaßes war eine variable Grundsrissgestaltung möglich. Das Hauptraster hatte das Maß 1.25 m und war in Drittelrasterabstand unterteilt, die Elemente wurden in Kleintafelbauweise (bis 1.34 m) vorgefertigt. Als Fassade wurden zwei Ausführungen angeboten, die verputzte Asbestfaserzementplatte und ein Klinkermauerwerk.

Abb. 1-28 Längsschnitt Streif 1967

Abb. 1-28 Längsschnitt Streif 1967

Dach und Decke

Abb. 1-29 Traufenausbildung bei 45° und 28° Dach

Abb. 1-29 Traufenausbildung bei 45° und 28° Dach

Streif unterschied deutlich in der Konstruktion zwischen 28° geneigten Dächern und 38° bzw. 45° Dachneigung. Dies liegt darin begründet, dass 28° geneigte Dächer grundsätzlich nicht für den Ausbau geeignet waren, so dass hier Material gespart werden konnte. Das Beispiel des 45°-Daches zeigt den üblichen Aufbau eines Sparrendaches, der Sparren war mittels Versatz und Lasche am Deckenbalken angeschlossen. Zur Traufenausbildung wurde der Sparren mit einem Holz (2) verlängert. Im Abseitenbereich des ausgebauten Dachgeschosses wurden zur Dämmung 100 mm Mineralfaser (1) eingefügt, wogegen der Rest der Decke zum Dachgeschoss nur 50 mm Mineralfaser aufwies.
Die 28° geneigten Dächern waren als Nagelbrettbinderkonstruktion (3) ausgeführt. Die Dämmung nach außen betrug hier 50 mm Mineralfaser (4).

Abb. 1-30 Decke über Erdgeschoss
Abb. 1-30 Decke über Erdgeschoss

Die Decke zum nicht ausgebauten Dachgeschoss war in zwei Variationen erhältlich, die Standardausführung war mit 50 mm Mineralfaserdämmstoff ausgestattet. Alternativ konnte die Konstruktion mit 100 mm Mineralfaser ausgeführt werden.
Der Wärmedurchgangskoeffizient ist mit U = 0.77 W/m²K bzw. mit U = 0.49 W/m²K angegeben.
In der Regel kamen die nicht ausgebauten Dachgeschosse nur bei den 28° geneigten Dächern vor, so dass hier weitgehend auf eine obere Beplankung verzichtet wurde, da diese Dächer konstruktionsbedingt nur im Mittelteil begehbar sind.
Die Decken über Erdgeschoss bei ausgebautem Dachgeschoss unterschieden sich in der Konstruktion daher, dass diese mit einer oberen Beplankung und einem Fußbodenaufbau versehen waren.

Abb. 1-31 Flachdach
Abb. 1-31 Flachdach

Ein Flachdach in diesem Sinne wurde bei Streif nicht ausgeführt, vielmehr ein gering geneigtes Dach. Dieses wurde mit Hilfe von Dreiecksbinder hergestellt. Bei diesem Aufbau wurde unterseitig eine Polyäthylenfolie als Dampfbremse angeordnet.

Wand

Abb. 1-32 Wandelementaufbau

Abb. 1-32 Wandelementaufbau

Im Raster von 1.25 m wurden bei Streif die Wandelemente gefertigt. Die Randrippen waren mit 60/90 mm dimensioniert und die Innenrippen im Drittelraster mit 30/90 mm.
1967 wurde bei Streif noch in Kleintafelbauweise gefertigt, die Tafelgröße war bei einer Höhe von 2.50 m auf 1.34 m Breite beschränkt.
Es gab nur einen prinzipiellen Aufbau, der sowohl bei der Putz- als auch bei der Klinkerfassade verwendet wurde.

Abb. 1-33 Eckverbindung und Elementverbindung
Abb. 1-33 Eckverbindung und Elementverbindung

Im Eckbereich stießen zwei Elemente auf einen vorgearbeiteten Pfosten (1), an den die Elemente angeschlossen werden.
Bei der Verbindung der Elemente untereinander wurde eine Nut (2) in die jeweilige Randrippe eingefügt. Hier wurde bei der Montage entweder eine Holzleiste oder ein Dichtungsband eingesetzt.


1. Allgemeine Beschreibung des Fertighausbaus der Jahre 1950 bis 1980
2. Sanierungs- und Modernisierungsziele, bautechnische Anforderungen der Gegenwart
3. Sanierungsmethoden
4. Sanierung am Fallbeispiel
5. Schlussbetrachtung
6. Berechnungsanhang
7. Quellenangabe und Abbildungsnachweise